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Buch "ICH - WER IST DAS?" - Zitate und Bilder

Zitate mit kurzen Textausschnitten aus ICH - WER IST DAS? Siehe auch www.instagram.com/peter_pfrommer


 „Alle objektiven, benennbaren Ausprägungen unserer Existenz wie Persönlichkeit, Charakter, Fähigkeiten, Neigungen, Talente etc. sind absolut individuell und völlig einzigartig. Dagegen spricht alles dafür, dass dasjenige, was aus unseren Augen herausblickt, welches die objektive Welt wahrnimmt, was sich bewusst ist bewusst zu sein, nicht individuell ist, sondern unpersönlich und grenzenlos. Wir besitzen oder besser sind im Kern alle dasselbe Bewusstsein. Wenn wir Bewusstsein und Ich gleichsetzen, dann können wir auch sagen, wir haben bzw. sind trotz aller Kontraste in der Ausformung unserer Gestalt alle dasselbe „Ich““ (S. 145/146)



"Was zeichnet ein Glücksgefühl aus? Ist es nicht von unmittelbarer Freiheit und Leichtigkeit geprägt? Und entsteht Freiheit tatsächlich durch etwas, was man bekommen hat? Oder entsteht sie nicht eher durch etwas, was man losgeworden ist? (...) Wir sind also nicht glücklich, weil wir etwas Ersehntes bekommen haben, sondern weil wir einen Augenblick lang nichts mehr ersehnen. Das ist ein großer Unterschied!" (S. 193/194)



„Irgendwann wird Ihnen bewusst werden, dass Sie völlig willkürlich für jeden Zeitpunkt ein „Werden und Vergehen“ festlegen können und es sind immer Sie mit ihrem Begriff, der dieses „Werden und Vergehen“ verursacht. (…) Ohne Sprache und ohne Begrifflichkeit gibt es nur das, was Sie sehen: Einen natürlichen Vorgang in ständiger Umwandlung, der keinen einzigen bleibenden Moment kennt. Es gibt nur Bewegung, Lebendigkeit, Übergang. Wo es aber keinen bleibenden Moment gibt, wo keine fertige Form entsteht, macht eine Definition von „Werden und Vergehen“ schlicht weg keinen Sinn.“ (S. 74/75)



 „In der Tierforschung wird manchmal zwischen bewussten und selbstbewussten Arten unterschieden. Festgemacht wird der Unterschied u.a. an der Fähigkeit eines Lebewesens, sich selbst im Spiegelbild zu erkennen. Primaten, Elefanten und Delfine sind hierzu beispielsweise in der Lage, ein Hund oder eine Katze nicht. Nach allem was wir jetzt über Bewusstsein wissen, lässt sich daraus eben nicht entscheiden, ob ein Tier selbstbewusst ist oder nicht. Stattdessen handelt es sich bei der Fähigkeit, das eigene Spiegelbild zu erkennen vermutlich um einen rein intellektuellen Vorgang, der etwas über die Intelligenz aber nichts über Selbstbewusstsein aussagt. (…) Was bedeutet das nun? Wenn Bewusstsein immer mit Selbstbewusstsein einhergeht, dann müssen wir jedem Lebewesen, das wir für bewusst halten auch Selbstbewusstsein zugestehen. Die Herabwürdigung von Tieren, die durch die vermeintlich fehlende Selbstbewusstheit gerechtfertigt wird, ist dann kaum mehr möglich.“ (S. 127/128)



Kaum eine Erkenntnis kann mehr Trost bringen, oder? 

Die meisten Menschen gehen davon aus, dass sie von ihren Mitmenschen und ihrer Umwelt getrennt existieren. Damit verbunden ist ein unterschwelliges Gefühl der Isolation, Unvollständigkeit und Mangelhaftigkeit, die Ursache fast allen Leids. 

Doch wie kann es Unabhängigkeit geben, wenn alles in einem unbegrenzten Geflecht von Beziehungen miteinander in Verbindung steht? Wie soll Trennung zustande kommen, wenn nirgendwo in der Natur echte Grenzen auffindbar sind? 

Können Sie sich eine Grenze vorstellen, die nicht gleichzeitig auch eine Verbindung ist? 

 



„Wir halten uns für ein relativ unbedeutendes Beiwerk, für ein ganz kleines Rädchen im Getriebe des Seins, auf welches die Welt wohl auch verzichten könnte. (...) Und für das Universum ist wohl die Existenz der kleinen Erdkugel und der winzigen Wesen darauf kaum von Bedeutung.  

Gedanken dieser Art sind Ihnen sicher nicht unbekannt. Aber sie sind falsch! (...) Alles, was passiert, passiert, unwiderruflich, einmalig. Alles, was existiert, ist gültig, vom kleinsten Dreckfusel auf dem Boden bis zur Lagebesprechung im Oval Office. Und nichts geschieht ohne Sie! Es gibt nur diese eine Welt, in der wir uns selbst auch befinden. Eine andere Welt, in der wir nicht vorkommen, ist dagegen eine Fiktion.“ (S. 72)



"Die Erfahrung bewusst zu sein, ist die einzige Erfahrung, die dauerhaft vorhanden ist. Überprüfen Sie das für sich. Finden Sie neben der gegenwärtigen Erfahrung bewusst zu sein, irgendeine andere kontinuierliche Erfahrung? Vermutlich nicht. Die Erfahrung bewusst zu sein ist damit die einzige verlässliche Erfahrung. Es ist das Einzige, was niemals in Ihrem Leben verschwindet. Es kann Ihnen nicht weggenommen werden. Alle Objekte der Anschauung wie Gedanken, Empfindungen und Sinneseindrücke kommen und verschwinden irgendwann. Sie sind vergänglich. Dasjenige allerdings, welches unser Ich ausmacht, Bewusstsein, bleibt unter allen Umständen unberührt, intakt." (S. 115/116)

 



"Bedeutet diese Unbeständigkeit aber nicht auch, dass es kein dauerhaftes absolutes Glück geben kann? Das ist ein Irrtum. Absolutes Glück ist nichts, was man erreichen oder herbeiführen könnte. Alles Erreichbare ist unbeständig und daher niemals absolut. Wenn es also absolutes Glück gibt, dann muss es schon da sein. Vielleicht haben wir es nur noch nicht entdeckt? Im Experiment 6 werden wir nach dem Beständigen suchen, das uns trotz all der erfahrenen Unbeständigkeit ständig begleitet. Wir werden sehen, dass es das gibt. Mehr noch, wir werden es erkennen als unser eigenes Selbst. Wir sind selbst die Beständigkeit im Unbeständigen. Wir sind selbst das Glück, nach dem wir suchen." (S. 91)