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Gibt es Entwicklung?

Das Absolute kennt keine Entwicklung. Entwicklung kann sich nur im Relativen entfalten, wo Merkmale und Unterscheidungen vorhanden sind. Das Absolute hat keine objektiven Eigenschaften, die sich unterscheiden und entwickeln könnten.

Aber das Absolute kann sich im Relativen ausdrücken. In diesem Relativen ist Entwicklung möglich.

Stunde 0:    Bewusstsein ruht in sich selbst, um sich selbst wissend ohne jede objektive Erfahrung.

Stunde 1:    Bewusstsein nimmt „freiwillig“ Formen an, es bewegt sich, es schwingt und es entstehen objektive, raumzeitliche Erfahrungen. Es erlebt sich dabei selbst als die jeweilige Erfahrung und projiziert sein Selbstbewusstsein auf die jeweilige Form. So entsteht der Eindruck eine vergängliche Form zu „sein“. Der Gewahrseinsaspekt des Bewusstseins tritt in den Hintergrund.

Stunde 2:    Die Flut der Erfahrungen teilt sich in zwei Kategorien auf: in ein Subjekt, das als Körper in Erscheinung tritt, und in den Rest, der als objektive Realität gedeutet wird. Der Gewahrseinsaspekt wird auf das Subjekt projiziert, womit eine Subjekt-Objekt Dualität geschaffen wird.

Stunde 3:    Das selbstreflektive Denken (Intellekt) erschafft ein Selbstbild, um das es kreist. Dadurch wird der Eindruck der Subjekt-Objekttrennung extrem verstärkt (Ego-Phase).

Stunde 4:    Das selbstreflektive Denken erkennt die Situation und richtet die Aufmerksamkeit auf seinen eigenen Ursprung. Prozess der Selbsterforschung, Neti Neti. Der Gewahrseinsaspekt hinter allen Erscheinungen wird wiedererkannt. Bewusstsein erfährt sich jetzt in seinen zwei Grundaspekten Wahrnehmung und Form getrennt.

Stunde 5:    Auflösung der Subjekt-Objekttrennung durch Realisation der Einheit von Wahrnehmung und Form. Bewusstsein findet wieder zu sich selbst, allerdings „weiß“ es jetzt um seine beiden Seinsformen. Luzide Phase des Bewusstseins.   

 

Kurz: Bewusstsein entwickelt sich vom: „Ich bin“ über „Ich bin das“ zum „Ich bin ALS das“ (Metapher Schauspieler: „Ich bin Schauspieler“ über  „Ich bin diese Figur (Rolle)“ zum „Ich bin ein Schauspieler, der eine Rolle spielt“)